In Oelde findet eine Demonstration der Rechtsextremen statt ? Hier? Bei uns in Oelde? Wo haben wir denn Nazis? So was gibt es doch hier, bei uns zu Hause gar nicht, das gibt es nur woanders!
So oder so ähnlich haben wahrscheinlich die meisten Oelder reagiert, als sie hörten, dass es eine Nazi-Demonstration geben sollte.
Nach dieser ersten Reaktion stellten sich folgende Fragen: Ignorieren wir die Demo? Nehmen wir sie stillschweigend hin? Darf man etwas entgegensetzten, oder eskaliert die Situation dann? Darf man dem Raum geben sich zu entfalten? Werden sie durch Gegenaktionen gar bestärkt? Oder muss man für seine Überzeugungen und seine Ideale von einer demokratischen Gesellschaft (laut) eintreten?!
Einige Oelder wollten wegsehen, ignorieren, stillschweigend hinnehmen (vielleicht weil sie keine andere Lösung sahen?)... Viele jedoch waren der Überzeugung, dass man etwas unternehmen muss. Sie wollten aufstehen, um zu zeigen: In Oelde ist kein Platz für Nazis!
Aus dieser Überzeugung heraus entstanden acht Gegendemonstrationen, unter dem Motto: Oelde Steht auf! Für Toleranz und gegen Rechtsextremismus!
Zahlreiche Vereine, Parteien, Glaubensgemeinschaften und Jugendorganisationen schlossen sich zusammen, um am 10.4.10 gemeinsam einen Sternmarsch auf den Oelder Marktplatz zu begehen.
Einen Teilerfolg erreichten die Organisatoren schon kurz nach Anmelden ihrer Gegendemos: Die Rechten bekamen von der Polizei nur eine stationäre Kundgebung am Bahnhof genehmigt. Schließlich wurde kurz vor der Demo bekannt, dass die Rechten selbst diese Kundgebung auf Grund öffentlichen Drucks (auch aus den eigenen Reihen) abgesagt hatten. Nichts desto trotz waren sich alle Beteiligten einig, auch ohne Nazi-Aufmarsch für ein tolerantes und buntes Oelde einzustehen!
Bestätigt wurden die Befürworter eines aktiven Endgegentretens schließlich durch die große Teilnehmerzahl von knapp 700 Bürgern.
Diese erwartete auf der Abschlusskundgebung ein abwechslungsreiches Programm, mit Redebeiträgen aus Politik, Glaubensgemeinschaften, Vereinen und Verbänden sowie Jugendorganisationen. Abgerundet wurde das Programm durch musikalische Beiträge des Duos Druschba und Björn Alberternst.
Mitzunehmen ist: Auch in Zukunft wird Oelde aufstehen müssen, um rechtsradikalem Gedankengut entgegenzutreten. Kulturelle, Soziale und auch Politische Vielfalt sind wichtig damit Oelde eine Vielseitige und Ideenreiche Stadt bleibt. Echt Oelde eben! Oelde steht auf darf daher keine einmalige Aktion bleiben!!!
Kommunalpolitik
Veröffentlicht am 08.05.2010

